Leichte Sprache ist keine vereinfachte Ausdrucksweise nach Gefühl, sondern ein Regelwerk: kurze Sätze mit nur einer Aussage, aktive Formulierungen, keine Fremdwörter ohne Erklärung, keine Metaphern, keine Abkürzungen. Sie richtet sich an Menschen mit Lernschwierigkeiten, an Menschen mit geringen Deutschkenntnissen und an alle, die einen Text schnell erfassen müssen.
Dieses Werkzeug überträgt einen Text nach diesen Regeln – ohne den Sinn zu verändern und ohne etwas hinzuzuerfinden.
Warum das mehr ist als „einfacher schreiben“
Der häufigste Fehler beim Vereinfachen ist, dass Inhalt verloren geht. Ein Nebensatz mit einer Bedingung verschwindet, und plötzlich steht da eine Aussage, die für alle gilt statt nur für einen Teil. Deshalb arbeitet dieses Werkzeug mit der ausdrücklichen Vorgabe, den Sinn nicht zu verändern und lieber einen zusätzlichen kurzen Satz zu schreiben, als eine Bedingung wegzulassen.
Der zweite häufige Fehler sind unerklärte Fachbegriffe. Wo ein Begriff unvermeidbar ist – „Antrag“, „Frist“, „Bescheid“ –, bekommt er einen eigenen Erklärsatz, statt durch ein ungefähres Synonym ersetzt zu werden.
Wofür das gebraucht wird
Öffentliche Stellen in Deutschland sind verpflichtet, Informationen auch barrierefrei bereitzustellen; Leichte Sprache ist dabei ein wichtiger Baustein. Aber auch ausserhalb der Verwaltung ist der Bedarf gross: Vereine, Pflegeeinrichtungen, Schulen, Arztpraxen, Wohnungsgenossenschaften und Ehrenamtliche stehen regelmässig vor der Aufgabe, eine Information so aufzuschreiben, dass sie wirklich bei allen ankommt.
Ein zweiter, oft übersehener Anwendungsfall: die eigene Verständlichkeitsprobe. Wenn sich ein Text nicht in Leichte Sprache übertragen lässt, ohne dass Widersprüche auffallen, war er auch im Original nicht klar.
Die Grenze des Werkzeugs
Für amtliche Veröffentlichungen sieht das Verfahren vor, dass eine Prüfgruppe aus der Zielgruppe den Text gegenliest und bestätigt, dass er verstanden wird. Das kann keine Software ersetzen, und dieses Werkzeug tut auch nicht so. Was es leistet, ist der erste Entwurf – jener Teil der Arbeit, der am meisten Zeit kostet und am wenigsten Fachwissen verlangt.
Prüfe das Ergebnis deshalb immer gegen das Original, bevor du es verwendest. Besonders bei Zahlen, Fristen und Bedingungen.
Weitere Werkzeuge findest du in der Übersicht aller Werkzeuge.